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M_2010 | Museum Loher Archiv | Frotzhofen






Im Jahre 1940 zog sich das junge Künstlerehepaar Gretel Loher - Schmeck und Josef Loher zusammen mit ihrem Sohn Martin in das abgelegene, damals bereits 200 Jahre alte Bauernhaus in Frotzhofen zurück.
Abseits vom lärmenden Nationalsozialismus jener Jahre sollte sich das künstlerische Werk des Ehepaars Loher ungestört entfalten können. Es entstanden in den darauffolgenden Jahrzehnten bis in die 90er Jahre hinein Hunderte von Ölgemälden, Zeichnungen, Lithografien, Skizzen und Aquarelle.
Kunsthistoriker rechnen die Arbeiten der Lohers dem "Expressiven Realismus" zu.
Das nun geplante Museum soll nicht nur dem Leben und Gesamtwerk von Josef Loher und Gretel Loher - Schmeck ein Denkmal setzen, sondern auch das ländliche Leben in diesem oberbayrischen Landstrich wie es sich über Generationen hin zutrug, veranschaulichen. Das Bauernhaus wird hierbei möglichst originalgetreu restauriert.
Im Gegensatz dazu entsteht ein Neubau, der Ausblicke in die bayrische Landschaft gewährt, das Bauernhaus mit einbezieht und es dem Besucher ermöglicht, sich in die Stimmung der Malerei zu versetzen, welche eng mit dem dörflichen Leben in Frotzhofen verknüpft ist. Die Ausblicke bieten hier zahlreiche Bezüge.
Für das neue Museumsgebäude wurden Anklänge an die klassische Moderne gewählt. Hierbei fasziniert vor allem die historische "Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen" in den 20er / 30er Jahren.
Während der äußere Rahmen des dörflichen Lebens wie seit Jahrhunderten seine Fortsetzung fand, blühte eine avantgardistische Architektur- und Kunstbewegung - das Bauhaus. Auch das Bauhaus beherbergte vom Expressionismus beeinflusste Maler wie Paul Klee und Kandinski, womit sich ein interessanter Zusammenhang mit dem Ehepaar Loher in Frotzhofen herstellen lässt.
Sie alle hätten sich bestimmt viel zu sagen gehabt.


Bauherr:Stiftung Loher Archiv
Mitarbeit: Johanna Zwinscher
Fertigstellung: 2010